#4 MIT SPRACHE RECHT - Wenn ein Anruf den ganzen Arbeitstag verändert
Shownotes
4 MIT SPRACHE RECHT - Wenn ein Anruf den ganzen Arbeitstag verändert
In dieser Folge nehme ich dich mit in meinen Arbeitsalltag als selbstständige rechtliche Betreuerin – und der ist alles andere als normal.
Ich arbeite mit Menschen, die sich teilweise in Krisen befinden. Ein Anruf kann reichen und plötzlich verschieben sich alle Prioritäten. Genau deshalb geht es um Struktur, Organisation und die Frage: Was ist eigentlich meine Aufgabe – und was nicht?
Ich spreche darüber, warum es gerade in der sozialen Arbeit so wichtig ist, den eigenen „Tanzbereich“ zu kennen und Grenzen zu setzen. Denn rechtliche Betreuung ist kein Krisendienst, keine persönliche Assistenz und keine tatsächliche Hilfestellung.
Für mich bedeutet rechtliche Betreuung vor allem: unterstützen statt vertreten. Menschen sollen so viel wie möglich selbst entscheiden und selbst machen können. Eine persönliche Folge über meinen Arbeitsalltag, rechtliche Betreuung, Selbstbestimmung, Verantwortung und die Herausforderung, auch in Krisen strukturiert zu bleiben.
Deine Nadine
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00:00:08: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge meines Podcastes mit Spracherecht.
00:00:14: Ich bin Nadine Sönmez, freiberufliche selbstständige rechtliche Betreuerin und Mutter und nehme euch so ein bisschen mit in meine täglichen Struggles und das was mich gerade so bewegt.
00:00:27: und derzeit ist das ehrlicherweise so ein bischen das Thema normaler Arbeitsalltag.
00:00:36: Mir ist aufgefallen, ich habe eigentlich keinen so richtig normalen Arbeitsalltag.
00:00:42: In meinem angestellten Verhältnis war das so oder war ganz klar du fängst um die und die Uhrzeit an Du machst bis dann und dann das und dass.
00:00:50: Und das war so eine Struktur die ich hatte.
00:00:55: In der Selbstständigkeit ist mir das Ganz am Anfang richtig richtig schwer gefallen da so eine richtig gute Struktur irgendwie rein zu bekommen Zu gucken was machst du als erstes?
00:01:04: Was machst du Als letztes?
00:01:06: was ist wirklich feierabend.
00:01:09: Aber so ein richtig normalen Arbeitsalltag, finde ich hat man als rechtliche Betreuerin manchmal gar nicht.
00:01:17: Ich arbeite ja viel mit Menschen und auch viel mit den Menschen die halt gerade in Krisen stecken und Krisen kann man seltenst planen.
00:01:27: Dass manchmal sein, dass ein Anruf irgendwie so den ganzen Tag durcheinander wirbelt und die Prioritäten sich halt plötzlich verschieben.
00:01:37: Also nicht falsch verstehen!
00:01:39: Ich versuche trotzdem mir halt irgendwie einen Plan für den Tag zu machen und ich versuche auch mehr einen Plan vor die Woche zu machen.
00:01:47: Zumindest mit so groben Punkten, die ich dann halt irgendwie fest haben möchte oder die auf jeden Fall dann irgendwie gefixt haben möchte.
00:01:56: aber manchmal wie das Leben spielt kommt dann halt die eine oder andere Krise dazwischen, wobei Krise vielleicht auch echt ein bisschen hochgegriffen ist.
00:02:06: Aber was für den einen mit so einem Wimpernschlag irgendwie wegzuwischen ist, ist für den anderen eben eine riesengroße Sache, wo er halt einen riesengrosen Gesprächsbedarf hat.
00:02:17: und gerade da es ist wirklich wichtig zu schauen ist das überhaupt meine Zuständigkeit als rechtliche Betreuerin.
00:02:24: also Jeder, der mich kennt weiß dass ich das Ganze eigentlich mit Herzblut mache und ich da auch wirklich hinterhänge.
00:02:31: Aber manchmal muss man halt auch einfach mal klar sein und sagen hey!
00:02:36: Das ist jetzt vielleicht gerade nicht meine Aufgabe und das ist jetzt gleich doch grad einfach nicht mein Tanzbereich auf dem ich mich bewege weil... Ich glaube grade in so einer sozialen Arbeit neigt man immer sehr dazu mehr zu machen oder mehr machen zu wollen als man eigentlich machen kann und manchmal halt auch machen darf.
00:02:59: Ich bin ja an Aufgabekreise quasi gebunden, nur innerhalb von diesen Aufgabenkreisen die mir das Gericht quasi gibt.
00:03:09: Darf ich dann auch wirklich handeln und arbeiten?
00:03:12: Und manchmal verwischt das so ein bisschen!
00:03:16: Es gibt klar definierte Dinge, die ich tun darf und die soll.
00:03:21: Bei mir steht an oberster Stelle, dass der Klient oder die Klientin das solange sie es selbst machen können, ist auch bitte selbstmachen.
00:03:30: Jede Betreuung, die nicht notwendig wird oder jede Aufgabenkreis, der nicht notwendisch ist, ist gut.
00:03:38: Das zeigt, dass den Mensch halt auch noch was selber machen kann.
00:03:42: und die rechtliche Betreuungen keine Entmündigung dazu vielleicht auch nochmal irgendwann mehr.
00:03:49: Und von daher Kann ich auch bei manchen Krisen vielleicht gar nicht helfen?
00:03:57: Da ist es dann halt schon irgendwie wichtig, das andere Helfer-System irgendwie in Gang zu bekommen.
00:04:07: anderes Helfer-System bedeutet für die, die da noch nicht so großartig mit dem Berührung gekommen sind.
00:04:12: Das sind zum Beispiel ambulante Hilfen wie das ambulant betreute Wohnen, das sind Beratungsstellen.
00:04:19: Manchmal kann auch der Kreis oder die Stadt sein, die halt auch in einer Beratungspflicht sind, die dann halt auch noch ein bisschen helfen und abfedern können.
00:04:28: Es kann auf der sozialpsychiatrische Dienst sein, es kann der Hausarzt sein kann auch der Facharzt sein und im Notfall vielleicht doch manchmal eine Klinik oder eine Verbraucherzentrale, die halt auch ne Beratungspflicht.
00:04:43: Oder halt auch einfach mal dann zum Einsatz kommen wenn es gerade mal anders nicht geht.
00:04:49: also was ich noch einmal klarstellen möchte ist rechtliche Betreuung ist kein Krisendienst.
00:04:54: Also Ich bin jetzt nicht der Krisenmanager oder sowas sondern ich bin dafür da den Die rechtlichen Belange so weit zu organisieren, dass es im besten Fall manchmal gar nicht zur Krise kommt.
00:05:08: Ich kann aber natürlich auch nicht in den Kopf desjenigen reinschauen und jetzt irgendwie vorhersagen wann was los ist.
00:05:15: Aber ich kann zumindestens dafür sorgen das für den Krisenfall alles irgendwie organisiert ist Dass es vielleicht gar nicht soweit kommt oder dann halt abgefedert werden kann.
00:05:30: Was macht das Ganze?
00:05:31: Natürlich auch immer ein bisschen schwierig und auch ein bisschen tricky, da halt irgendwie eine Balance irgendwie hinzubekommen zwischen ich organisiere nur und ich mache tatsächlich.
00:05:45: Also die rechtliche Betreuung ist keine tatsächliche Hilfestellung.
00:05:50: also ich bin jetzt nicht jemand der irgendwie einem Klienten Geld leid oder sowas weil er gerade kein Geld mehr hat.
00:05:56: das mache ich persönlich nicht kann gerne jeder rechtlicher Betreuer so machen, wie er möchte.
00:06:01: Ich habe für mich klar entschieden ich mache das nicht.
00:06:04: Ich bin auch kein Fahrdienst also ich fahre auch niemanden irgendwo hin.
00:06:09: Ich organisiere Transport dass es Wopka kein Problem und wenn's nicht selbstständig gezahlt werden kann dann versuche ich auch eine Kostenzusage von irgendwo dafür zu bekommen.
00:06:18: Auch Wopker kein Problem mal mehr oder weniger.
00:06:22: aber ich selber fahra halt keinen Klienten irgendwohin.
00:06:27: Ich versuche halt schon, das klar abzugrenzen so dass meine Klienten auch wissen okay hey die Frau Sönmez die kümmert sich.
00:06:36: Die macht aber die macht und organisiert und ist halt nicht diejenige die selber tut.
00:06:42: Das ist mir halt besonders wichtig.
00:06:45: also das was habe ich glaube schon mal gesagt.
00:06:48: Aber gerade das was die Menschen halt selbst machen können das sollen sie bitte auch selber machen Und vor allem sollen sie das auch selber entscheiden weil Selbst in der größten Krise kann ein Mensch zumindest noch irgendwie mitteilen, was er möchte oder was er nicht möchte.
00:07:12: Mark vielleicht nicht für alle Situation gelten aber in den von mir bisher liebten Situationen ist das so.
00:07:17: Zumindest konnte ich dann aus dem vorherigen Gesprächen noch irgendwas eruieren.
00:07:24: Genau und mit diesem Krisendienst ähnlichen Situation die einem da manchmal so passieren, ist es halt schwierig sich einen typischen Arbeitsalltag irgendwie dann auch zu kreieren.
00:07:42: Gerade da ist es für mich halt irgendwie wichtig doch irgendwie zumindest ein ganz groben Ablauf zu haben dass ich zumindest sage okay hey lebs wenn da jetzt eine Stromsperre droht oder so das ich aber trotz dessen für mich weiß okay ich düse nicht los wie die Feuerwehr und Versuchen wir den Stromkasten zu retten, sondern dass ich halt da schon irgendwie versuche strukturiert und organisier dann diese ganze Sache heranzugehen.
00:08:12: Das ist mir persönlich tatsächlich am Anfang total schwer gefallen.
00:08:15: es ist mir total schwer gefallen dann auch einfach die Bereiche für mich irgendwie festzulegen und zu sagen das ist jetzt mein Tanzbereich und das ist dein Tanzbereich.
00:08:25: aber Es ist für mich existenziell notwendig geworden zu sagen, hey das ist dein Tanzbereich und dass es meiner einfach damit ich gut arbeiten kann.
00:08:37: Und mein Gegenüber jetzt gerade in der rechtlichen Betreuung auch einfach weiß was sind denn meine Aufgaben dazu?
00:08:46: Und meistens sind die Aufgaben die man selber in der Hand hat deutlich deutlich wichtiger als dass man es an irgendwem delegieren kann, weil ich bin halt keine Sekretärin.
00:08:58: Ich bin keine persönliche Assistenz!
00:09:00: Ich bin die rechtliche Betreuerin, die halt die Entscheidungen trifft wenn derjenige sie nicht mehr treffen kann.
00:09:08: Das heißt...ich kann vertreten aber ich will halt lieber unterstützen anstatt zu vertretern.
00:09:15: also ich mag es nicht Dinge für jemanden zu tun sondern ich mache das gerne mit jemanden wenn es darum geht Anträge auszufüllen oder Anträge zu besprechen, zu gucken hey wo können wir denn jetzt vielleicht noch was für dich rausholen?
00:09:30: Dann habe ich es halt lieber wenn ich das zusammen mit dem Klienten mache als statt dass ich es für ihn mache.
00:09:37: Natürlich kann man das nicht immer so abgrenzen.
00:09:40: natürlich kann man mach' ich auch ein paar Dinge für denjenigen klar, wenn er's halt selber nicht mehr kann ist das natürlich meine Aufgabe und das tue ich auch.
00:09:51: aber soweit das nicht gemacht werden muss, bin ich halt immer dafür dass ich es nicht mache.
00:09:58: Einfach weil es auch so viel Mehrwert für denjenigen einfach bringt, weil er halt merkt okay hey Es ist halt nicht dieses typische Klischee Ich bin jetzt in der rechtlichen Betreuung und ich bin jetzt entmündigt.
00:10:10: Sondern bei mir sagt man ganz oft Okay Hey!
00:10:12: Ich kann ja doch noch alles irgendwie selbst entscheiden Und das ist halt auch genau der Kernpunkt von einer rechtlichen betreuung.
00:10:21: Genau, also es kann sein dass ich jetzt gerade ein bisschen abgetragen bin von meinem typischen Arbeitsalltag hin zur Erklärung der rechtlichen Betreuung.
00:10:29: Bin aber auch gar nicht mal so verkehrt weil ich glaube das für den einen oder anderen interessant und auch wichtig ist und auch einfach wichtig zu verstehen, dass halt ein Tag als rechtlicher Betreuer irgendwie an manchen Tagen nicht so zu planen ist und doch einfach nicht so durchzuführen wie man das vielleicht manchmal gerne hätte und vielleicht auch das Thema der Erreichbarkeit manchmal nicht allzu einfach ist, aber dazu kann ich gerne nochmal eine extra Folge machen und euch da noch mal was zu besprechen.
00:10:59: Also wenn ihr Fragen habt zum Thema der rechtlichen Betreuung dann lasst uns doch einfach gerne mal irgendwie connecten und austauschen.
00:11:07: Ihr könnt mir gerne in die Kommentare schreiben, ihr könnt mir gern auf Social Media folgen.
00:11:13: Da können wir uns auch liebend gerne austausche.
00:11:15: Ich freue mich wirklich über jeden der sich dafür interessiert Dann auch Fragen stellt.
00:11:24: Ich wünsche euch auf jeden Fall, dass ihr in eurem Berufsalltag die Struktur gefunden habt, die es für euch irgendwie einfach macht damit umzugehen und wenn nicht dann findet bestimmten Weg wie ihr das dann irgendwie bekommt.
00:11:41: da bin ich mir ganz sicher.
00:11:43: bis dahin ganz liebe Grüße.
00:11:45: vielen lieben Dank fürs zuhören und wir hören uns beim nächsten mal.
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